Hummer beeindrucken mit ihrer Größe. Doch viele wissen nur wenig über sie.
Jedes Jahr werden viele Hummer lebendig gekocht. Eine Auswertung von über 300 Studien im Auftrag der britischen Regierung kam 2021 zu dem Schluss, dass Zehnfußkrebse wie Hummer Schmerz und Stress empfinden können (London School of Economics).
Die größten erreichen eine Länge von mehr als 1 Meter. Ihr Gewicht kann bis zu 20 Kilogramm betragen. Damit zählen sie zu den größten Krebstieren der Welt.
Inhalt
Schlüsselaspekte
- Hummer gehören zu den größten Krebstieren der Welt
- Der größte jemals gefangene Europäische Hummer maß über 1,25 Meter
- Amerikanische Hummer können noch größer werden als ihre europäischen Verwandten
- Leider werden viele Hummer jedes Jahr auf grausame Art getötet und verzehrt
Größter Hummer der Welt: ein Amerikaner mit 20,1 Kilogramm
Der größte europäische Hummer wurde 1,26 Meter lang. Er wog 9,3 Kilogramm. Seine Knackschere allein hatte ein Gewicht von 1,2 Kilogramm. Ein amerikanischer Hummer war mit 20,1 Kilogramm der schwerste je gefundene (Wikipedia: Hummer). Dies zeigt, dass Hummer sehr groß werden können.
Alter und Wachstum
Hummer bilden genug Telomerase, ein Enzym, das die Enden ihrer Chromosomen erneuert. Mit dem Alter werden sie fruchtbarer und stärker (Wikipedia: Hummer). Solange sie sich häuten können, wachsen sie weiter.
Farbenvielfalt
Hummer können in vielen verschiedenen Farben erscheinen. Man findet sie von kräftigem Blau bis zu dunklem Violett. Selten sind gelbe Tiere und Albinos. Erst beim Kochen werden sie rot. Die Färbung hängt auch von Nahrung und Lebensraum ab.
Anatomie: eine Knackschere und eine Greifschere
Asymmetrische Scheren: Knack- und Greifwerkzeuge
Hummer besitzen zwei Scheren von unterschiedlicher Größe. Die größere Schere dient zum Öffnen von Muscheln. Sie wird Knackschere genannt. Die kleinere Schere, Greifschere genannt, hilft beim Festhalten von Beute. Je nachdem, auf welcher Seite die Knackschere sitzt, spricht man von links- oder rechtshändigen Hummern (Wikipedia: American lobster).
Häutungsprozess und unbegrenztes Wachstum
Hummer müssen sich häuten, um zu wachsen. Bei jeder Häutung werden sie um 10% bis 20% größer. Der alte Panzer hemmt das Wachstum.
Junge Hummer häuten sich im ersten Jahr bis zu zehnmal, später seltener, im Alter nur noch alle zwei bis drei Jahre (Wikipedia: Hummer). Mit jeder Häutung steigt der Energiebedarf, da der Hummer größer wird.
Lebensraum: felsige Küsten, etwa vor Helgoland
Hummer leben an den Küsten im Meer. Ihre Heimat sind oft feste oder felsige Areale. Besonders wohl fühlen sie sich an Unterwasserfelsen an der Küste von Helgoland.
Temperaturtoleranz und Tiefenpräferenz
Die Temperatur, in der Hummer leben, reicht von 5 bis 20 °C. Kurzzeitig ertragen sie auch 1 oder 35 °C. Sie sind meist in Tiefen von 4 bis 50 Meter unterwegs. Amerikanische Hummer kommen aber bis in 480 Meter Tiefe vor (Wikipedia: Amerikanischer Hummer).
Fortpflanzung: Paarung erst nach der Häutung des Weibchens
Die Männchen legen, meist im Herbst, eine Paarungshöhle an. Die Paarung findet kurz nach der Häutung des Weibchens statt, solange sein Panzer noch weich ist (Wikipedia: American lobster). Sie dauert nur wenige Sekunden. Danach trägt das Weibchen bis zu 60.000 Eier bis zu elf Monate lang an den Schwimmbeinen (Wikipedia: Hummer).
Larvenstadien und Metamorphose
Am Anfang leben Hummerlarven im Meer und häuten sich. Sie wachsen und überleben nur sehr selten. Danach verlassen sie das offene Meer und suchen Schutz am Grund. Geschlechtsreif werden sie meist mit etwa vier Jahren (Wikipedia: Hummer).
Gefahren für Hummerlarven
Während ihrer Kindheit haben Hummerlarven viele Feinde. Fast gar keine der jungen Hummer überleben. Viele Umweltfaktoren machen ihr Überleben schwer. Deshalb erreichen nur sehr wenige das Erwachsenenalter.
Bestände: Der Amerikanische Hummer gilt als nicht gefährdet
Der Amerikanische Hummer (Homarus americanus) lebt in den Gewässern vor der nordamerikanischen Ostküste. Sein Gebiet reicht vom kanadischen Labrador bis North Carolina in den USA. Der Europäische Hummer (Homarus gammarus) hingegen findet sich in europäischen Gewässern. Er ist in der Nordsee, dem Mittelmeer und dem westlichen Schwarzen Meer zu Hause. Beide Arten gehören zur Gattung Homarus. Sie können gemeinsame Nachkommen zeugen. In freier Natur ist das aber unwahrscheinlich, weil sich ihre Verbreitungsgebiete nicht überschneiden (Wikipedia: American lobster).
Fangquoten und Schutzmaßnahmen
Um die Hummer zu schützen, gibt es weltweit verschiedene Regelungen. Verschiedene Mindestgrößen für den Fang helfen, die Arten zu erhalten. Gemessen wird dabei meist die Länge des Kopfbrustpanzers (Carapax). In Maine etwa dürfen nur Amerikanische Hummer mit einer Carapaxlänge zwischen 81 und 127 Millimetern angelandet werden (Wikipedia: Amerikanischer Hummer). Im Jahr 2009 wurden etwa 100.000 Tonnen Amerikanischer und 4.500 Tonnen Europäischer Hummer gefangen (Wikipedia: Hummer). Auf Helgoland liefern Fischer eiertragende Weibchen an Biologen, die daraus Junghummer aufziehen, um den Bestand zu stützen (Wikipedia: Hummer).
Die IUCN stuft den Amerikanischen Hummer als nicht gefährdet ein, sein Bestand gilt als stabil (Wikipedia: Amerikanischer Hummer). Regeln wie Mindestgrößen sollen verhindern, dass zu viele junge Tiere gefangen werden.
Delikatesse: Rot werden Hummer erst beim Kochen
Hummer gelten heute als feine Speise und in vielen Ländern als Zeichen von Luxus.
Auch in der Kunst sind Hummer beliebte Motive. Ihre markante Erscheinung fasziniert viele Menschen.
Zubereitung als Delikatesse
Leider werden Hummer oft lebendig gekocht, was viele als grausam empfinden. Die Vorstellung, dass alle Hummer rot sind, stimmt nicht. Die Röte entsteht erst beim Kochen.
Hummer gibt es in vielen Farben. Ihre Seltenheit und der besondere Geschmack machen sie begehrt. Doch der Genuss ist oft mit dem Leid der Tiere verbunden.
Verhalten: Einzelgänger, die sich den Geruch Stärkerer merken
Hummer sind Einzelgänger und verteidigen ihr Revier gegen andere. Dadurch kommt es oft zu Kämpfen. Um stärkere Artgenossen zu umgehen, merken sie sich deren Geruch. So versuchen sie, Konflikte zu vermeiden.
Die Tiere kämpfen mit ihren großen Scheren nicht nur um Nahrung. Scherenkämpfe sind auch für die Revierverteidigung wichtig. Sie markieren ihr Territorium und schützen es.
In Not können Hummer ihre eigenen Scheren abwerfen. So entkommen sie ihren Feinden. Die verlorenen Körperteile wachsen nach, wenn der Hummer sich häutet. Diese Fähigkeit hilft ihnen, in der freien Natur zu überleben.
Fazit: Hummer empfinden wahrscheinlich Schmerz und verdienen Schutz
Hummer beeindrucken mit ihrer Größe, ihrer Anatomie und ihrem Verhalten. Doch sie werden oft lebendig gekocht, obwohl vieles dafür spricht, dass sie Schmerz empfinden. Die britische Auswertung von 2021 rät deshalb ausdrücklich vom Lebendkochen ohne Betäubung ab (London School of Economics).
Ein respektvoller Umgang und Schutzregeln wie Mindestmaße helfen, die Bestände zu erhalten.


