Viele Meerestiere wirken gefährlicher, als sie sind. Andere sehen harmlos aus und sind es nicht. Hier erfährst du, welche Tiere Menschen meist meiden und bei welchen du wirklich Abstand halten solltest.
Inhalt
Wichtigste Erkenntnisse
- Viele Meeresbewohner werden fälschlicherweise als bedrohlich eingestuft, weil sie Menschen meist meiden
- Einige unscheinbare Tiere wie Kegelschnecke oder Blauring-Oktopus sind dagegen hochgiftig
- Abstand halten und nichts anfassen ist beim Tauchen der beste Schutz
Giftige Meeresbewohner: schmerzhaft, aber meist nicht tödlich
Keine Meereslebewesen passen so gut zum Titel „giftige Schönheit“ wie die eleganten Rotfeuerfische. Ihre Signalfarben und die abgespreizten Flossen mit Giftstacheln warnen Taucher. Trotz ihres giftigen Stichs sind die Rotfeuerfische meistens ruhig und leben in den tropischen Riffen.
Ein weiteres Beispiel sind die Portugiesische Galeere und das Petermännchen. Die Galeere besitzt Tentakel, die schmerzhafte Nesselverbrennungen auslösen können. Sie sind gefährlich, aber meist nicht tödlich. Das Petermännchen hingegen verursacht schmerzhafte Verletzungen mit seinen Stacheln.
Portugiesische Galeere: Nesselkapseln verursachen Verbrennungsschmerzen
Man erkennt die Portugiesische Galeere an ihrem Schwimmkörper und langen Tentakeln, die bis zu 50 Meter lang werden können. Ein Berühren verursacht starke Schmerzen und rote Striemen, die an Peitschenhiebe erinnern. Todesfälle sind äußerst selten (Wikipedia: Portugiesische Galeere).
Petermännchen: Stachelstrahlen mit Eiweißgift
Die Petermännchen siehst du kaum, denn tagsüber graben sie sich bis zu den Augen in Sand oder Schlamm ein. Tritt jemand auf sie, injizieren sie Gift. Es verursacht heftige Schmerzen und starke Schwellungen. Selten kommt es zu Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen (Giftzentrale Bonn). Das Große Petermännchen kommt im Ostatlantik und Mittelmeer, aber auch in der Nordsee und der westlichen Ostsee vor (Wikipedia: Petermännchen).
Barrakudas und Stachelrochen: gefährlich meist nur in besonderen Situationen
Große Barrakudas kommen manchmal aus Neugier nah an Taucher heran. Allerdings sind sie normalerweise nicht gefährlich. Sie meiden den Kontakt mit Menschen und sind eher ängstlich.
Probleme entstehen manchmal, wenn sie glitzernde Gegenstände wie Uhren oder Schmuck mit einem zappelnden Fisch verwechseln oder dort, wo sie ans Füttern gewöhnt sind. Dann können ihre scharfen Zähne tiefe Wunden reißen (Wikipedia: Großer Barrakuda). Stachelrochen dagegen attackieren nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Sie beherbergen einen Giftstachel in ihrem Schwanz.
Stachelrochen: Defensive Angriffe bei Bedrohung
Auch wenn diese Tiere normalerweise ruhig sind, verteidigen sie sich stark, wenn sie bedroht werden. Ein Tritt von einem Menschen im Flachwasser reicht manchmal aus.
Auch Fotografen, die zu nahe kommen, fordern das Tier heraus. Dann schlagen Stachelrochen vielleicht mit dem Schwanz nach ihnen. Man sollte daher Abstand halten und sie in Ruhe lassen.
Drückerfische: aggressive Verteidiger ihres Nests
Nicht alle Meeresbewohner sind friedlich. Manche Fische schützen ihr Revier sehr aggressiv, vor allem zur Paarungszeit. Solche Angriffe lassen sich leicht vermeiden, indem man genug Abstand hält.
Drückerfische: Angriffe in der Paarungszeit
Drückerfische zeigen besonders in der Paarungszeit, wie aggressiv sie sein können. Brutpflegende Picasso-Drückerfische verteidigen ihren Laich äußerst aggressiv und greifen auch Taucher und Schwimmer an (Wikipedia: Picasso-Drückerfisch). Es ist daher klug, sich zurückzuhalten und einen respektvollen Abstand zu wahren.
Kegelschnecke und Blauring-Oktopus: klein, schön und hochgiftig
Die Kegelschnecke sieht zwar schön aus, aber sie ist sehr gefährlich. Sie nutzt ein starkes Nervengift aus vielen Conotoxinen. Tödliche Unfälle treffen vor allem Taucher, die nach den Schnecken greifen (Wikipedia: Kegelschnecken). Darum ist es besser, Kegelschnecken nicht anzufassen, besonders nicht beim Tauchen.
Blauring-Oktopus: Kleiner Krake mit starkem Gift
Der Blauring-Oktopus mag klein sein, doch sein Tetrodotoxin ist hochgiftig (Wikipedia: Blaugeringelte Kraken). Wenn er sich bedroht fühlt, leuchten seine blauen Ringe. Dies ist eine Warnung! Man sollte diese Kraken besser nur von weitem betrachten.
Bullenhai: einer der drei Haie mit den meisten Angriffen
Nicht alle Meerestiere sind harmlos. Einigen Raubfischen, wie dem Bullenhai, sollte man mit besonderer Vorsicht begegnen. Er zählt neben Weißem Hai und Tigerhai zu den drei Arten, die am häufigsten an Angriffen auf Menschen beteiligt sind (Florida Museum). Im trüben Wasser oder beim Tauchen allein könnte er plötzlich nah sein. Dies kann gefährlich enden.
Es ist daher schlau, Raubfischen nur behutsam und mit Abstand zu begegnen.
Feuerkorallen: brennende Nesselzellen im tropischen Riff
Feuerkorallen leben in tropischen Meeren, vor allem im Indopazifik, einige Arten auch in der Karibik. Genau genommen sind sie keine Steinkorallen, sondern Hydrozoen mit Kalkskelett. Ihre Nesselzellen verursachen beim Berühren starkes Brennen oder Jucken und Bläschen (Wikipedia: Feuerkorallen).
Feuerkorallen: Extrem starke Nesselzellen
Die Nesselzellen der Feuerkorallen sind sehr wirksam und schmerzhaft. Taucher müssen Abstand halten und sollten die Feuerkorallen niemals anfassen.
Krokodile, Quallen und Seeschlangen: vorsichtig sein und nichts anfassen
Eine Begegnung mit Krokodilen ist sehr gefährlich. Sie sind gefährliche Lauerjäger. Das Amerikanische Krokodil (Spitzkrokodil) gilt als weit weniger gefährlich als Leisten- oder Nilkrokodil. Es lebt unter anderem in Mittelamerika, auf Kuba und in Südflorida (Wikipedia: Spitzkrokodil). Achtung ist dennoch geboten. Beim Tauchen in Gewässern, in denen Krokodile leben, sollte man vorsichtig sein.
Leuchtquallen: Nesselzellen verursachen Schmerzen
Die Leuchtqualle, die auch im Mittelmeer vorkommt, leuchtet schwach im Dunkeln, wenn sie erschüttert wird. Berührt man ihre Tentakel, ist das schmerzhaft, aber nicht lebensgefährlich (Wikipedia: Leuchtqualle).
Seeschlangen: hochgiftig, aber selten angriffslustig
Seeschlangen sind hochgiftig: Ihr Gift zählt zu den stärksten bekannten Schlangengiften. Sie beißen aber nur sehr selten und fliehen eher. Über 90 Prozent der dokumentierten Bisse treffen Fischer, die die Tiere mit der Hand greifen (Wikipedia: Seeschlangen).
Die Chance, als Taucher von Seeschlangen gebissen zu werden, ist daher sehr klein. Man sollte jedoch ruhig bleiben und sie nicht anfassen, wenn man einer begegnet.
Fazit: Ein ungefährlichstes Tier gibt es nicht, Abstand schützt
Ein einzelnes ungefährlichstes Tier der Welt lässt sich nicht benennen. Viele Meerestiere wirken bedrohlich, meiden Menschen aber und greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Andere, wie Kegelschnecke oder Blauring-Oktopus, sehen harmlos aus und sind es nicht.
Ein respektvoller Umgang und Abstand sind deshalb der beste Schutz.
Wirklich gefährlich für Menschen sind übrigens Stechmücken: Die von ihnen übertragene Malaria fordert nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr mehr als 600.000 Todesopfer (WHO).


