Zuckerhaltige Getränke erhöhen das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zahnschäden. Eine 2025 im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Auswertung für 184 Länder schreibt allein für das Jahr 2020 weltweit rund 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes gezuckerten Getränken zu (Quelle).
Doch es gibt Hoffnung. Praktische Alternativen wie Wasser, ungesüßte Tees oder selbstgemachte Fruchtinfusionen können helfen. Auch politische Maßnahmen, wie eine Zuckersteuer, werden diskutiert, um den Konsum zu reduzieren.
Inhalt
Schlüsselerkenntnisse
- Zuckerhaltige Getränke erhöhen das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen.
- Eine Auswertung in Nature Medicine beziffert die weltweiten Folgen für die Gesundheit.
- Zahnschäden sind eine häufige Folge des übermäßigen Konsums.
- Praktische Alternativen und politische Lösungen können helfen.
Das Problem: Schon ein bis zwei Dosen am Tag erhöhen das Diabetes-Risiko
Wer regelmäßig ein bis zwei Dosen gezuckerter Getränke am Tag oder mehr trinkt, hat laut der Harvard T.H. Chan School of Public Health ein um 26 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes als Menschen, die solche Getränke selten trinken (Quelle). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft zuckergesüßte Getränke als nicht empfehlenswert ein (Quelle).
In den folgenden Kapiteln geht es um Inhaltsstoffe, gesundheitliche Risiken und mögliche Lösungen.
Gesüßte Getränke: Limonaden, Energy Drinks und Fruchtsaftgetränke
Softdrinks und Energy Drinks sind in vielen Haushalten allgegenwärtig. Sie gehören zu den beliebtesten Erfrischungsgetränken und werden oft unterschätzt. Doch was genau steckt in diesen Produkten?
Definition und Beispiele
Gesüßte Getränke umfassen eine breite Palette von Produkten. Dazu gehören Limonaden, Energy Drinks und Fruchtsaftgetränke, die je nach Frucht nur 6 bis 30 Prozent Saft enthalten müssen (Quelle). Auch sogenanntes „Wasser mit Geschmack“ fällt oft in diese Kategorie, da es häufig gesüßt ist.
Zusammensetzung und Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung dieser Getränke ist oft komplex. Typische Inhaltsstoffe sind Saccharose, Glukosesirup und Phosphorsäure. Aromen und Farbstoffe runden das Geschmackserlebnis ab. Ein Beispiel: Coca-Cola enthält 10,6 Gramm Zucker pro 100 ml, ein Glas mit 250 ml also rund 26 Gramm (Quelle).
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Säure. Viele Softdrinks sind stark sauer, und kombiniert mit Zucker greift das den Zahnschmelz an. Auch Fruchtnektar ist kein zuckerarmes Getränk: Ihm dürfen bis zu 20 Prozent des Gesamtgewichts an Zucker oder Honig zugesetzt werden (Quelle).
Gesundheit: Flüssigzucker macht nicht satt
Zuckerhaltige Getränke belasten den Körper auf mehreren Wegen. Besonders Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen im Fokus.
Übergewicht und Fettleibigkeit
Flüssigzucker umgeht die natürlichen Sättigungssignale des Körpers. Getränke machen nicht so satt wie feste Nahrung, und wer gezuckerte Getränke trinkt, isst danach in der Regel nicht entsprechend weniger (Quelle).
Diabetes Typ 2
Die 2025 in Nature Medicine veröffentlichte Auswertung für 184 Länder rechnet für das Jahr 2020 weltweit rund 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes gezuckerten Getränken zu, das sind 9,8 Prozent aller Neuerkrankungen (Quelle).
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Derselben Auswertung zufolge gingen 2020 weltweit rund 1,2 Millionen neue Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf gezuckerte Getränke zurück (Quelle). In einer 20-jährigen Studie mit rund 40.000 Männern hatten diejenigen, die im Schnitt ein gezuckertes Getränk am Tag tranken, ein um 20 Prozent höheres Herzinfarktrisiko (Quelle).
Zähne: Zucker und Säure greifen den Zahnschmelz an
Die Auswirkungen von zuckerhaltigen Getränken auf die Zähne werden oft unterschätzt. Der regelmäßige Konsum kann langfristige Schäden verursachen.
Zahnschäden durch Zucker und Säure
Zucker und Säure greifen den Zahnschmelz an. Säuren aus Limonaden und Fruchtsäften weichen den Zahnschmelz auf und lösen Mineralien aus der Zahnoberfläche, was zu Erosionen führt (Quelle). Bakterien im Zahnbelag wandeln Zucker in Säuren um, die den Zahn mit der Zeit zerstören und Karies verursachen (Quelle).
Light-Getränke: Die WHO rät von Süßstoffen zur Gewichtskontrolle ab
Light-Getränke werden oft als gesündere Wahl beworben, doch sind sie wirklich besser? Viele Menschen greifen zu diesen Produkten, um Kalorien zu sparen.
Was über Süßstoffe bekannt ist
Süßstoffe wie Aspartam und Saccharin sorgen in Light-Getränken für den süßen Geschmack. Sie versprechen Geschmack ohne Kalorien, doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät seit Mai 2023 davon ab, Süßstoffe zur Gewichtskontrolle oder zur Senkung des Risikos für nichtübertragbare Krankheiten einzusetzen. Laut WHO bringen sie Erwachsenen und Kindern langfristig keinen Vorteil beim Abbau von Körperfett (Quelle).
Die WHO empfiehlt stattdessen, die Süße der Ernährung insgesamt zu verringern und zu ungesüßten Getränken zu greifen. Für Menschen mit bestehendem Diabetes gilt diese Empfehlung nicht.
Auch zuckerfreie Limonaden sind oft sauer und können den Zahnschmelz angreifen (Quelle). Wasser, etwa mit Gurke und Minze, ist die einfachere Wahl.
WHO-Empfehlung: höchstens rund 50 Gramm freier Zucker pro Tag
Die Bedeutung von Zucker in unserer Ernährung wird oft unterschätzt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten freie Zucker weniger als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Bei einem Bedarf von 2.000 Kilokalorien entspricht das rund 50 Gramm am Tag, weniger als 5 Prozent bringen zusätzliche Vorteile (Quelle). Schon zwei Gläser Cola mit je 250 ml liefern damit mehr als diese Menge.
Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Die DGE stuft zuckergesüßte Getränke als nicht empfehlenswert ein und rät, täglich rund 1,5 Liter Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee zu trinken (Quelle).
Weltweit: Lateinamerika und Afrika südlich der Sahara am stärksten betroffen
Die globalen Auswirkungen von zuckerhaltigen Getränken auf die Gesundheit sind erheblich. Die Last ist aber zwischen den Weltregionen sehr ungleich verteilt.
Weltweite Auswirkungen auf Diabetes und Herzkrankheiten
Die 2025 in Nature Medicine erschienene Studie wertete Daten der Global Dietary Database für 184 Länder aus. Weltweit gingen 2020 rund 9,8 Prozent aller neuen Typ-2-Diabetes-Fälle und 3,1 Prozent aller neuen Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf gezuckerte Getränke zurück (Quelle).
Besonders betroffene Regionen
Am höchsten war der Anteil in Lateinamerika und der Karibik (24,4 Prozent der neuen Typ-2-Diabetes-Fälle) sowie in Afrika südlich der Sahara (21,5 Prozent). In Afrika südlich der Sahara stieg dieser Anteil zwischen 1990 und 2020 am stärksten (Quelle).
Alternativen: Wasser und ungesüßter Tee sind die einfachste Lösung
Gesunde Alternativen können den Alltag deutlich verbessern. Wer zuckerhaltige Produkte reduziert, tut nicht nur seiner Gesundheit etwas Gutes, sondern entdeckt auch neue Geschmackserlebnisse. Wasser und ungesüßte Tees sind dabei die einfachsten und effektivsten Lösungen.
Wasser und ungesüßte Tees
Wasser ist die beste Wahl, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Es enthält keine Kalorien. Ungesüßte Tees bieten Abwechslung und können mit frischen Kräutern oder Zitrusfrüchten aufgepeppt werden.
Fruchtschorlen und natürliche Geschmacksalternativen
Fruchtschorlen sind eine leckere Option, wenn sie im richtigen Verhältnis gemischt werden. Selbst gemachte Varianten wie Ingwer-Zitronen-Eiswürfel oder Beeren-Infusionen sorgen für Geschmack ohne zugesetzten Zucker.
Zuckersteuer: Großbritannien besteuert Getränke ab 5 Gramm Zucker je 100 ml
Politische Maßnahmen gewinnen an Bedeutung, um den Zuckerkonsum zu reduzieren. Ein Beispiel ist die Forderung nach einer „Limo-Steuer“, die in vielen Ländern diskutiert wird.
Die Forderung nach einer „Limo-Steuer“
Eine Limo-Steuer soll Hersteller dazu bringen, weniger Zucker in ihre Getränke zu geben. Großbritannien erhebt seit April 2018 eine Abgabe auf Softdrinks mit zugesetztem Zucker. Sie setzt stufenweise an: ein niedrigerer Satz ab 5 Gramm Gesamtzucker pro 100 ml, ein höherer ab 8 Gramm (Quelle).
Konsum senken: schrittweise statt von heute auf morgen
Den Zuckerkonsum zu reduzieren, ist einfacher, als viele denken. Mit ein paar praktischen Tipps und gesunden Gewohnheiten können Sie große Fortschritte machen. Hier sind einige Ideen, die Ihnen helfen können.
Praktische Tipps für den Alltag
Beginnen Sie mit einer schrittweisen Reduktion. In der ersten Woche können Sie die Menge halbieren, in der zweiten Woche um weitere 25% reduzieren. So gewöhnt sich Ihr Körper langsam an weniger Zucker.
Füllen Sie Wasser mit frischen Früchten oder Kräutern in wiederverwendbare Flaschen. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gesund.
Apps mit einer Zuckerampel-Funktion können Ihnen helfen, den Zuckergehalt von Produkten zu erkennen. So behalten Sie den Überblick und können bewusster einkaufen.
Gesunde Gewohnheiten etablieren
Starten Sie eine Familien-Challenge. Setzen Sie sich gemeinsam Ziele und belohnen Sie sich für erreichte Meilensteine. Das macht Spaß und motiviert.
Verwenden Sie kleinere Gläser. So wird jede Portion automatisch kleiner.
Integrieren Sie gesunde Alternativen in Ihren Alltag. Wasser mit Zitrone oder ungesüßte Tees sind einfache und effektive Lösungen. Mit der Zeit werden Sie feststellen, wie gut sich diese Veränderungen anfühlen.
- Schrittweise Reduktion: Woche 1: 50%, Woche 2: 25%.
- Wiederverwendbare Flaschen für selbstgemachte Getränke nutzen.
- Apps mit Zuckerampel-Funktion verwenden.
- Familien-Challenge mit Belohnungssystem starten.
- Kleinere Gläser verwenden, um Portionen zu reduzieren.
Fazit: Jedes Glas weniger ist ein Schritt in die richtige Richtung
Gezuckerte Getränke tragen weltweit zu Millionen neuer Fälle von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei und schaden den Zähnen. Jedes Glas weniger pro Tag ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Jede Entscheidung für Wasser, ungesüßten Tee oder eine stark verdünnte Schorle zählt.


