Zu den größten bekannten fliegenden Insekten gehört die ausgestorbene Riesenlibelle Meganeura mit 65 bis 75 Zentimetern Spannweite. Unter den heutigen Libellen ist die Wanderlibelle (Pantala flavescens) ein echter Rekordhalter: Einzelne Tiere fliegen mehr als 6.000 Kilometer weit, die Wanderung über mehrere Generationen umfasst rund 14.000 bis 18.000 Kilometer. Dabei überquert sie sogar den Indischen Ozean.
Genetische Tests haben gezeigt, dass sie auf verschiedenen Erdteilen ähnliche Gene haben. Das deutet darauf hin, dass sie sich regelmäßig vermischen.
Inhalt
Schlüsselaspekte
- Die ausgestorbene Meganeura war mit 65 bis 75 Zentimetern Spannweite eines der größten bekannten fliegenden Insekten.
- Die Wanderlibelle (Pantala flavescens) hat die längste bekannte Wanderung aller Insekten.
- Einzelne Tiere fliegen mehr als 6.000 Kilometer, die Wanderung über mehrere Generationen umfasst rund 14.000 bis 18.000 Kilometer.
- Genetische Analysen zeigen Verbindungen zwischen verschiedenen Kontinenten.
Riesenlibelle Meganeura: bis zu 75 cm Spannweite in der Urzeit
Anatomische Besonderheiten der Riesenlibellen
Die ausgestorbene Meganeura hatte eine Flügelspannweite von etwa 65 bis 75 Zentimetern, ein einzelner Flügel war rund 32 Zentimeter lang. Sie gehört zu den größten bekannten fliegenden Insekten. Streng genommen ist sie keine Libelle im heutigen Sinn: Sie zählt zu den ausgestorbenen Riesenlibellen (Meganisoptera), die mit den heutigen Libellen nur entfernt verwandt sind (Wikipedia).
Historische Entwicklung der Arten
Meganeura lebte im späten Karbon vor rund 300 Millionen Jahren. Lange erklärte man ihre Größe mit dem hohen Sauerstoffgehalt der damaligen Luft. Weil es Riesenlibellen aber auch noch im Perm gab, als die Luft weniger Sauerstoff enthielt, gilt diese Erklärung heute als nicht ausreichend (Wikipedia).
Wanderlibellen: die längste bekannte Wanderung aller Insekten
Die Wanderlibelle hat die längste bekannte Wanderung aller Insekten. Am besten erforscht ist ihr Weg von Indien über den Indischen Ozean nach Ostafrika und zurück. Die Wanderung über mehrere Generationen umfasst rund 14.000 bis 18.000 Kilometer, einzelne Tiere legen auf dem Weg von Nordindien nach Ostafrika mehr als 6.000 Kilometer zurück. Die Malediven dienen dabei als Zwischenstation (Troast u. a. 2016, PLOS ONE).
Um diese Strecken zu meistern, nutzen sie die Winde an der innertropischen Konvergenzzone und fliegen dabei in über 1.000 Metern Höhe.
Flugfähigkeiten: Wanderlibellen reisen mit den Winden der Regenzeit
Wanderlibellen folgen auf ihren Wanderungen den wandernden Wetterfronten, um den jahreszeitlichen Regen zu nutzen. Die Regenfälle schaffen Süßwassertümpel für die Fortpflanzung, die Winde tragen die Tiere über große Entfernungen. Dieselben Winde können sie aber auch weit aus ihrem üblichen Verbreitungsgebiet hinaustragen (Troast u. a. 2016).
Genetik: Wanderlibellen bilden weltweit eine einzige Population
Forscher um Daniel Troast und Jessica Ware von der Rutgers University in Newark haben Wanderlibellen aus verschiedenen Kontinenten genetisch verglichen. Sie fanden zwischen allen untersuchten Regionen einen hohen Genfluss. Das ist der erste deutliche Beleg dafür, dass Pantala flavescens als weltweit durchmischte Population gelten sollte (Troast u. a. 2016, PLOS ONE).
Fazit: Urzeit-Riesin und Rekord-Langstreckenflieger
Die ausgestorbene Riesenlibelle Meganeura gehörte mit bis zu 75 Zentimetern Spannweite zu den größten bekannten fliegenden Insekten. Unter den heutigen Libellen hält die Wanderlibelle den Rekord für die längste Wanderung: Über mehrere Generationen legt sie rund 14.000 bis 18.000 Kilometer zurück, weiter als jedes andere bekannte wandernde Insekt.


